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  string(5964) "Am Donnerstag ist es wieder so weit. Thanksgiving, das wichtigste Familienfest in den USA, wird gefeiert. Jedes Jahr am vierten Donnerstag im November findet dieser für die Amerikaner sehr wichtige Feiertag statt. Traditionell gehört dazu ein üppiges Abendessen, in dessen Mittelpunkt ein delikat gefüllter Truthahn mit möglichst vielen Beilagen steht. Nach offiziellen Statistiken werden an Thanksgiving in den USA rund 46 Millionen Truthähne verspeist.  Der Truthahn gilt mittlerweile als Synonym für dieses Fest. Zumindest zwei Vögel werden das Fest überleben. Am Vortag werden zwei Truthähne durch den Präsidenten begnadigt. Diese dürfen die Nacht vor der feierlichen Zeremonie im Willard Intercontinental Hotel in Washington verbringen, bevor sie anschließend zu ihrem Altersruhesitz auf einem Universitätsgehege in Virginia gebracht werden.

Der Black Friday ist ein wichtiger Stimmungsindikator

Um ihr Wochenende zu verlängern, nehmen sich Arbeitnehmer gern zusätzlich am Freitag frei. Dafür hat sich der Begriff „Black Friday“ eingebürgert. An diesem Tag gewährt der Einzelhandel traditionell hohe Rabatte. Er wird häufig für die ersten Weihnachtseinkäufe genutzt, ab dann wird in der Öffentlichkeit zunehmend weihnachtlich dekoriert. Für die Wirtschaft ist der Umsatz dieses Tages ein wichtiger Stimmungsindikator. Auch aus Sicht der Aktienmärkte kommt Thanksgiving eine hohe Bedeutung zu. Rund um diesen Feiertag zeigt sich die Wall Street für gewöhnlich von ihrer angenehmen Seite. Kurssteigerungen sind dann die Regel, nicht die Ausnahme. Der Dow Jones wird seit 1896 berechnet, sodass sich die Kursmuster bereits über 126 Jahre etabliert haben. Demnach ist Thanksgiving für die kurzfristige Börsenentwicklung der zweitstärkste Feiertag in den USA. In den zehn Tagen vor dem Fest tendiert der Index im Durchschnitt fester und legt im Mittel um 0,6% zu. Diese positive Tendenz setzt sich auch nach dem Erntedankfest fort. Denn auch die zwei Wochen nach der Feier sind normalerweise von steigenden Kursen geprägt.  An der Börse spricht man auch von der Truthahn-Rally.

Auch in Deutschland ist es das größte Shopping-Event des Jahres

Dank Amazon hat der „Black Friday“ mittlerweile auch den Sprung über den großen Teich geschafft. Da es in Deutschland „Thanksgiving“ in der Tradition nicht gibt, fängt es bei uns häufig schon etwas früher an. In diesem Jahr läuft die Black Friday Woche bei Amazon vom 18. bis zum 28. November. Es ist mittlerweile der Starschuss in das Weihnachtsgeschäft. Viele Einzelhändler passen sich mit ihren Rabattaktionen an das Zeitfenster von Amazon an. Der Einzelhandel buhlt im Internet, in Fußgängerzonen und Einkaufszentren mit Rabatten um die Gunst der Kunden. Für die Aktionstage Black Friday oder Cyber Monday werden in Deutschland für dieses Jahr Ausgaben allein durch Online-Shopper in Höhe von rund 5,7 Milliarden Euro prognostiziert. Im Vorjahr beliefen sich die Ausgaben der Online-Käufer rund um die beiden Aktionstagen auf 4,7 Milliarden Euro.

Der Dax befindet sich im Rally-Modus

Der Dax befindet sich bereits seit Ende September im Rally-Modus und könnte durchaus zum Jahresende hin weiter zulegen. Denn das vierte Quartal ist zumindest statistisch meistens das beste eines Jahres. Deswegen hoffen viele Anleger Jahr für Jahr auf die Jahresendrally. Diese Hoffnung kann durchaus begründet sein. Denn das Börsenjahr 2022 war bis jetzt alles andere als überzeugend. Viele Risiken wurden im Laufe des Jahres in die Kurse eingepreist. Der Krieg in der Ukraine, die hohen Energiepreise, eine galoppierende Inflation, gestiegene Zinsen und nach wie vor gestörte Lieferketten. Die Stimmung an den Börsen ist also merklich eingetrübt. Die Rezession ist in den Kursen bereits einkalkuliert.

Schlechte Stimmung ist ein gutes Zeichen

Dass die Stimmung bei privaten und professionellen Anlegern so schlecht ist, ist eigentlich ein gutes Zeichen. Denn viele Anleger haben in den vergangenen Monaten Liquidität aufgebaut, Gewinne in den Depots realisiert und es sich an der Seitenlinie bequem eingerichtet. Immerhin gibt es ja vereinzelt wieder Zinsen. Allerdings ist jedem klar, dass das Zinsniveau zu niedrig ist, um den Verlust durch die hohe Inflation zu kompensieren. Eine zu hohe Liquidität sollte also nur kurzfristig gehalten werden. In diesem Umfeld braucht es also nur halbwegs positive Nachrichten, um die Anleger zum Einstieg zu bewegen. Denn zeitgleich mit Thanksgiving startet in den USA auch die Berichtssaison. Wie kommen die Unternehmen durch die Krise? Wie fallen die Prognosen aus? Sensationelle Zahlen werden von den meisten Anlegern nicht mehr erwartet. Es reicht also vermutlich aus, wenn die Zukunftserwartungen verhalten positiv ausfallen.

2022 war ein schreckliches Jahr für Anleger

Denn wenn die Stimmung so schlecht ist wie derzeit, dann goutieren die Anleger schon das kleinste positive Signal. Natürlich ist eine Berichtssaison immer mit vielen Risiken verbunden. Die Nervosität am Markt ist hoch. Die starken Tagesschwankungen sind dafür ein sicheres Indiz. Ob diese positiven Signale letztlich reichen werden, um den Dax für das laufende Jahr aus der Verlustzone zu bringen, bleibt abzuwarten. Für eine oft herbeigesehnte Jahresendrally bleibt nicht mehr viel Zeit. Zumindest eine kleine Schlussrally würde ja so manchen Anleger noch versöhnlich stimmen. Denn 2022 war ein schwieriges Jahr für Anleger. Denn nicht nur die Aktien, sondern vor allem Anleihen gerieten durch die Zinswende massiv unter Druck. Leider gibt es immer mal wieder Jahre, in denen mal als Anleger einfach nur Geld verlieren kann. Das Jahr 2022 gehört bis jetzt in diese Kategorie.  Für die 46 Millionen Truthähne in den USA ist die Jahresendrally dagegen schon gelaufen. Für Sie endete das Jahr 2022 wenig überraschend auf der Schlachtbank.        " ["post_title"]=> string(18) "Die Truthahn-Rally" ["post_excerpt"]=> string(0) "" ["post_status"]=> string(7) "publish" ["comment_status"]=> string(6) "closed" ["ping_status"]=> string(6) "closed" ["post_password"]=> string(0) "" ["post_name"]=> string(18) "lauf-truthahn-lauf" ["to_ping"]=> string(0) "" ["pinged"]=> string(0) "" ["post_modified"]=> string(19) "2022-11-24 10:36:29" ["post_modified_gmt"]=> string(19) "2022-11-24 09:36:29" ["post_content_filtered"]=> string(0) "" ["post_parent"]=> int(0) ["guid"]=> string(36) "https://portfolio-concept.de/?p=9522" ["menu_order"]=> int(0) ["post_type"]=> string(4) "post" ["post_mime_type"]=> string(0) "" ["comment_count"]=> string(1) "0" ["filter"]=> string(3) "raw" }

Die Truthahn-Rally

Am Donnerstag ist es wieder so weit. Thanksgiving, das wichtigste Familienfest in den USA, wird gefeiert. Jedes Jahr am vierten Donnerstag im November findet dieser für die Amerikaner sehr wichtige Feiertag statt. Traditionell gehört dazu ein üppiges Abendessen, in dessen Mittelpunkt ein delikat gefüllter Truthahn mit möglichst vielen Beilagen steht. Nach offiziellen Statistiken werden an Thanksgiving in den USA rund 46 Millionen Truthähne verspeist.  Der Truthahn gilt mittlerweile als Synonym für dieses Fest. Zumindest zwei Vögel werden das Fest überleben. Am Vortag werden zwei Truthähne durch den Präsidenten begnadigt. Diese dürfen die Nacht vor der feierlichen Zeremonie im Willard Intercontinental Hotel in Washington verbringen, bevor sie anschließend zu ihrem Altersruhesitz auf einem Universitätsgehege in Virginia gebracht werden.

Der Black Friday ist ein wichtiger Stimmungsindikator

Um ihr Wochenende zu verlängern, nehmen sich Arbeitnehmer gern zusätzlich am Freitag frei. Dafür hat sich der Begriff „Black Friday“ eingebürgert. An diesem Tag gewährt der Einzelhandel traditionell hohe Rabatte. Er wird häufig für die ersten Weihnachtseinkäufe genutzt, ab dann wird in der Öffentlichkeit zunehmend weihnachtlich dekoriert. Für die Wirtschaft ist der Umsatz dieses Tages ein wichtiger Stimmungsindikator. Auch aus Sicht der Aktienmärkte kommt Thanksgiving eine hohe Bedeutung zu. Rund um diesen Feiertag zeigt sich die Wall Street für gewöhnlich von ihrer angenehmen Seite. Kurssteigerungen sind dann die Regel, nicht die Ausnahme. Der Dow Jones wird seit 1896 berechnet, sodass sich die Kursmuster bereits über 126 Jahre etabliert haben. Demnach ist Thanksgiving für die kurzfristige Börsenentwicklung der zweitstärkste Feiertag in den USA. In den zehn Tagen vor dem Fest tendiert der Index im Durchschnitt fester und legt im Mittel um 0,6% zu. Diese positive Tendenz setzt sich auch nach dem Erntedankfest fort. Denn auch die zwei Wochen nach der Feier sind normalerweise von steigenden Kursen geprägt.  An der Börse spricht man auch von der Truthahn-Rally.

Auch in Deutschland ist es das größte Shopping-Event des Jahres

Dank Amazon hat der „Black Friday“ mittlerweile auch den Sprung über den großen Teich geschafft. Da es in Deutschland „Thanksgiving“ in der Tradition nicht gibt, fängt es bei uns häufig schon etwas früher an. In diesem Jahr läuft die Black Friday Woche bei Amazon vom 18. bis zum 28. November. Es ist mittlerweile der Starschuss in das Weihnachtsgeschäft. Viele Einzelhändler passen sich mit ihren Rabattaktionen an das Zeitfenster von Amazon an. Der Einzelhandel buhlt im Internet, in Fußgängerzonen und Einkaufszentren mit Rabatten um die Gunst der Kunden. Für die Aktionstage Black Friday oder Cyber Monday werden in Deutschland für dieses Jahr Ausgaben allein durch Online-Shopper in Höhe von rund 5,7 Milliarden Euro prognostiziert. Im Vorjahr beliefen sich die Ausgaben der Online-Käufer rund um die beiden Aktionstagen auf 4,7 Milliarden Euro.

Der Dax befindet sich im Rally-Modus

Der Dax befindet sich bereits seit Ende September im Rally-Modus und könnte durchaus zum Jahresende hin weiter zulegen. Denn das vierte Quartal ist zumindest statistisch meistens das beste eines Jahres. Deswegen hoffen viele Anleger Jahr für Jahr auf die Jahresendrally. Diese Hoffnung kann durchaus begründet sein. Denn das Börsenjahr 2022 war bis jetzt alles andere als überzeugend. Viele Risiken wurden im Laufe des Jahres in die Kurse eingepreist. Der Krieg in der Ukraine, die hohen Energiepreise, eine galoppierende Inflation, gestiegene Zinsen und nach wie vor gestörte Lieferketten. Die Stimmung an den Börsen ist also merklich eingetrübt. Die Rezession ist in den Kursen bereits einkalkuliert.

Schlechte Stimmung ist ein gutes Zeichen

Dass die Stimmung bei privaten und professionellen Anlegern so schlecht ist, ist eigentlich ein gutes Zeichen. Denn viele Anleger haben in den vergangenen Monaten Liquidität aufgebaut, Gewinne in den Depots realisiert und es sich an der Seitenlinie bequem eingerichtet. Immerhin gibt es ja vereinzelt wieder Zinsen. Allerdings ist jedem klar, dass das Zinsniveau zu niedrig ist, um den Verlust durch die hohe Inflation zu kompensieren. Eine zu hohe Liquidität sollte also nur kurzfristig gehalten werden. In diesem Umfeld braucht es also nur halbwegs positive Nachrichten, um die Anleger zum Einstieg zu bewegen. Denn zeitgleich mit Thanksgiving startet in den USA auch die Berichtssaison. Wie kommen die Unternehmen durch die Krise? Wie fallen die Prognosen aus? Sensationelle Zahlen werden von den meisten Anlegern nicht mehr erwartet. Es reicht also vermutlich aus, wenn die Zukunftserwartungen verhalten positiv ausfallen.

2022 war ein schreckliches Jahr für Anleger

Denn wenn die Stimmung so schlecht ist wie derzeit, dann goutieren die Anleger schon das kleinste positive Signal. Natürlich ist eine Berichtssaison immer mit vielen Risiken verbunden. Die Nervosität am Markt ist hoch. Die starken Tagesschwankungen sind dafür ein sicheres Indiz. Ob diese positiven Signale letztlich reichen werden, um den Dax für das laufende Jahr aus der Verlustzone zu bringen, bleibt abzuwarten. Für eine oft herbeigesehnte Jahresendrally bleibt nicht mehr viel Zeit. Zumindest eine kleine Schlussrally würde ja so manchen Anleger noch versöhnlich stimmen. Denn 2022 war ein schwieriges Jahr für Anleger. Denn nicht nur die Aktien, sondern vor allem Anleihen gerieten durch die Zinswende massiv unter Druck. Leider gibt es immer mal wieder Jahre, in denen mal als Anleger einfach nur Geld verlieren kann. Das Jahr 2022 gehört bis jetzt in diese Kategorie.  Für die 46 Millionen Truthähne in den USA ist die Jahresendrally dagegen schon gelaufen. Für Sie endete das Jahr 2022 wenig überraschend auf der Schlachtbank.

 

 

 

 

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