hello object(WP_Post)#11206 (24) {
  ["ID"]=>
  int(9392)
  ["post_author"]=>
  string(2) "12"
  ["post_date"]=>
  string(19) "2022-08-30 13:04:23"
  ["post_date_gmt"]=>
  string(19) "2022-08-30 11:04:23"
  ["post_content"]=>
  string(6390) "Der bekannte Börsenexperte André Kostolany gab Anlegern stets den Ratschlag, Aktien zu kaufen, sich anschließend Schlafmittel in der Apotheke zu besorgen und dann nach einigen Jahren als reicher Mann wieder aufzuwachen. Diese Strategie wird auch „Buy and hold“ genannt und ist grundsätzlich für langfristig orientierte Anleger zu empfehlen. Das Börsenjahr 2021 lief ganz hervorragend für Aktienanleger. Man konnte sich zurücklehnen und die Gewinne einfach laufen lassen. Das Jahr 2022 dagegen war bislang eine echte Herausforderung. Der Krieg in der Ukraine, Inflation und plötzlich steigende Zinsen brachten Anleihen- und Aktienmärke in Turbulenzen.

Ein disziplinierter Fokus zahlt sich aus

In solchen Marktphasen zahlt sich ein disziplinierter Fokus auf die langfristige Aufteilung der Vermögenswerte aus. Denn Panik, Hektik und Angst sind bei der Geldanlage sehr schlechte Ratgeber. Stattdessen ist es besser, eine individuell passende langfristige Zielstruktur sowie Anlagestrategie festzulegen und diese dann auch in Krisenzeiten durchzuhalten. Mangelnde Diversifikation, prozyklisches Verhalten und Selbstüberschätzung sind einige der häufigsten Anlegerfehler, die immer wieder dazu führen, dass Kleinanleger schlechter abschneiden als der Markt. Laut einer Untersuchung im Auftrag der Zeitschrift Finanztest aus dem Jahr 2017 gingen Kleinsparern zwischen 2005 und 2015 durch solche Anlegerfehler mehr als fünf Prozent Rendite pro Jahr verloren.

Das strikte Rebalancing ist ein Erfolgsfaktor

Vor allem das strikte Rebalancing der Portfolios erweist sich als hilfreich. Damit ist gemeint, dass ein Investor seine ursprüngliche langfristige Allokation regelmäßig überprüft und gegebenfalls wiederherstellt. Denn wer ein Vermögen aufbauen möchte, hat in der Regel eine Vermögensallokation aus Aktien, Anleihen und möglicherweise weiteren Anlageklassen, die genau zum Anlageziel und zur Risikotragfähigkeit des Einzelnen passt. Doch die Kursentwicklung verändert diese Allokation immer wieder. Angenommen, ein Anleger hat ein ausgewogenes Portfolio aus 50 Prozent Aktien und 50 Prozent sicheren Staatsanleihen. Aufgrund steigender Aktienkurse bei gleichzeitig fallenden Anleihekursen kann es nun passieren, dass dieser Anleger plötzlich einen Anteil von 60 oder sogar 70 Prozent Aktien im Portfolio hat, dafür deutlich weniger festverzinsliche Wertpapiere. Dann passt die Allokation nicht mehr zum Anlegerprofil.

Vorsicht bei Klumpenrisiken

Zu solchen Verschiebungen kann es dabei nicht nur innerhalb eines Depots, sondern auch innerhalb der Anlageklassen selbst kommen. Viele Anleger greifen mittlerweile gerne auf ETFs zurück. Vor allem der internationale Aktienindex MSCI World des US-amerikanischen Finanzdienstleister Morgan Stanley Capital International ist bei vielen Anlegern beliebt. Er wird häufig als günstiges Basisinvestment von Privatanlegern eingesetzt und als Benchmark für international ausgerichtete Depots verwendet. Auf den ersten Blick erzielen Anleger damit eine breite Streuung. Schließlich wird die Wertentwicklung von rund 1.600 Firmen darin abgebildet. Jedoch liegt der Schwerpunkt bei US-Titeln, die knapp 70 Prozent des Index ausmachen. Die sieben größten Werte Apple, Microsoft, Amazon, Tesla, Alphabet, NVIDIA und Meta Platforms (Facebook) machen allein 18 Prozent aus, kommen alle aus den USA und sind IT-getrieben. Mit einer solchen Investition legt man sich ein Klumpenrisiko in Technologieaktien in das Depot.

Breite Diversifikation

Für Anleger ist es wichtig eine ganzheitliche Perspektive einzunehmen. Denn viele machen immer noch den Fehler, die einzelnen Elemente ihres Vermögens isoliert zu betrachten. Dabei ist das Vermögen mehr als die Summe seiner Teile. Gerade wenn es breit diversifiziert ist, benötigt man einen Plan. Dieser bietet die notwendige Übersicht und hilft vor allem in Krisenzeiten die Kontrolle zu behalten. Bei großen Vermögen sorgt häufig das Family Office oder renommierte Vermögensverwalter dafür, dass die notwendige Struktur und Übersicht behalten bleibt. Aber auch Privatanleger mit kleineren Vermögen brauchen mittlerweile nicht darauf zu verzichten. Ein privater Finanzplan hilft die Übersicht zu behalten und die richtigen Entscheidungen zu treffen.

Planung und Struktur sind erforderlich

Denn je komplexer und verworrener die Vermögenssituation ist, desto mehr sind Planung und Struktur erforderlich, um aufzuräumen und die Situation für den Kunden wieder kontrollierbar zu machen. Bei einer ganzheitlichen Finanzplanung wird jeder einzelne Vermögenswert einer genauen Analyse unterzogen. Statt nur eine gute Anlage für die aktuelle Situation zu empfehlen, plant ein professioneller Berater mit dem Kunden langfristige Maßnahmen, bezieht künftige Entwicklungen mit ein und stimmt die Einzelaspekte zu einem durchdachten Finanzplan genau aufeinander ab. Gerade in Krisenzeiten bietet professionelle Unterstützung den notwendigen Halt und Sicherheit.

Der Risikobegriff ist zentral

Dabei ist vor allem der Risikobegriff zentral für eine erfolgreiche Planung. Schließlich bedeutet Risiko für jeden etwas anderes. Für den einen ist es ein Risiko, wenn die eigene Geldanlage starke Wertschwankungen aufweist, für den anderen ist es erst der konkrete Verlust. Ein guter Berater entwickelt ein Verständnis dafür, wie ein Anleger mit Verlusten umgeht und wie viel Risiko er im Ernstfall tragen kann. Am Ende eines Finanzplanungsprozesses steht hingegen ein solides, auf die persönlichen Bedürfnisse eines Anlegers zugeschnittenes Portfolio, das in der Lage ist, auch schwere Stürme und extreme Krisen am Kapitalmarkt zu verkraften.

Langfristig die Balance halten

Philosophisch und psychologisch gesprochen ist Balance ein Zustand der seelischen Ausgeglichenheit. In der Physik bezeichnet die Balance einen Zustand, in dem entgegengesetzte Kräfte für einen Augenblick lang gleich stark sind und dadurch ein fragiles Gebilde im Gleichgewicht halten. Auch die einzelnen Anlageklassen im Depot sollten sich immer entsprechend der eigenen Risikoneigung im Gleichgewicht befinden. Wer sein Vermögen einem professionellen Vermögensverwalter anvertraut hat, kann sich sicher sein, dass die Balance in seinem Depot stimmt und sich frei nach Kostolany entspannt zurücklehnen.  " ["post_title"]=> string(31) "Immer schön die Balance halten" ["post_excerpt"]=> string(0) "" ["post_status"]=> string(7) "publish" ["comment_status"]=> string(6) "closed" ["ping_status"]=> string(6) "closed" ["post_password"]=> string(0) "" ["post_name"]=> string(31) "immer-schoen-die-balance-halten" ["to_ping"]=> string(0) "" ["pinged"]=> string(0) "" ["post_modified"]=> string(19) "2022-08-30 13:37:17" ["post_modified_gmt"]=> string(19) "2022-08-30 11:37:17" ["post_content_filtered"]=> string(0) "" ["post_parent"]=> int(0) ["guid"]=> string(36) "https://portfolio-concept.de/?p=9392" ["menu_order"]=> int(0) ["post_type"]=> string(4) "post" ["post_mime_type"]=> string(0) "" ["comment_count"]=> string(1) "0" ["filter"]=> string(3) "raw" }

Immer schön die Balance halten

Der bekannte Börsenexperte André Kostolany gab Anlegern stets den Ratschlag, Aktien zu kaufen, sich anschließend Schlafmittel in der Apotheke zu besorgen und dann nach einigen Jahren als reicher Mann wieder aufzuwachen. Diese Strategie wird auch „Buy and hold“ genannt und ist grundsätzlich für langfristig orientierte Anleger zu empfehlen. Das Börsenjahr 2021 lief ganz hervorragend für Aktienanleger. Man konnte sich zurücklehnen und die Gewinne einfach laufen lassen. Das Jahr 2022 dagegen war bislang eine echte Herausforderung. Der Krieg in der Ukraine, Inflation und plötzlich steigende Zinsen brachten Anleihen- und Aktienmärke in Turbulenzen.

Ein disziplinierter Fokus zahlt sich aus

In solchen Marktphasen zahlt sich ein disziplinierter Fokus auf die langfristige Aufteilung der Vermögenswerte aus. Denn Panik, Hektik und Angst sind bei der Geldanlage sehr schlechte Ratgeber. Stattdessen ist es besser, eine individuell passende langfristige Zielstruktur sowie Anlagestrategie festzulegen und diese dann auch in Krisenzeiten durchzuhalten. Mangelnde Diversifikation, prozyklisches Verhalten und Selbstüberschätzung sind einige der häufigsten Anlegerfehler, die immer wieder dazu führen, dass Kleinanleger schlechter abschneiden als der Markt. Laut einer Untersuchung im Auftrag der Zeitschrift Finanztest aus dem Jahr 2017 gingen Kleinsparern zwischen 2005 und 2015 durch solche Anlegerfehler mehr als fünf Prozent Rendite pro Jahr verloren.

Das strikte Rebalancing ist ein Erfolgsfaktor

Vor allem das strikte Rebalancing der Portfolios erweist sich als hilfreich. Damit ist gemeint, dass ein Investor seine ursprüngliche langfristige Allokation regelmäßig überprüft und gegebenfalls wiederherstellt. Denn wer ein Vermögen aufbauen möchte, hat in der Regel eine Vermögensallokation aus Aktien, Anleihen und möglicherweise weiteren Anlageklassen, die genau zum Anlageziel und zur Risikotragfähigkeit des Einzelnen passt. Doch die Kursentwicklung verändert diese Allokation immer wieder. Angenommen, ein Anleger hat ein ausgewogenes Portfolio aus 50 Prozent Aktien und 50 Prozent sicheren Staatsanleihen. Aufgrund steigender Aktienkurse bei gleichzeitig fallenden Anleihekursen kann es nun passieren, dass dieser Anleger plötzlich einen Anteil von 60 oder sogar 70 Prozent Aktien im Portfolio hat, dafür deutlich weniger festverzinsliche Wertpapiere. Dann passt die Allokation nicht mehr zum Anlegerprofil.

Vorsicht bei Klumpenrisiken

Zu solchen Verschiebungen kann es dabei nicht nur innerhalb eines Depots, sondern auch innerhalb der Anlageklassen selbst kommen. Viele Anleger greifen mittlerweile gerne auf ETFs zurück. Vor allem der internationale Aktienindex MSCI World des US-amerikanischen Finanzdienstleister Morgan Stanley Capital International ist bei vielen Anlegern beliebt. Er wird häufig als günstiges Basisinvestment von Privatanlegern eingesetzt und als Benchmark für international ausgerichtete Depots verwendet. Auf den ersten Blick erzielen Anleger damit eine breite Streuung. Schließlich wird die Wertentwicklung von rund 1.600 Firmen darin abgebildet. Jedoch liegt der Schwerpunkt bei US-Titeln, die knapp 70 Prozent des Index ausmachen. Die sieben größten Werte Apple, Microsoft, Amazon, Tesla, Alphabet, NVIDIA und Meta Platforms (Facebook) machen allein 18 Prozent aus, kommen alle aus den USA und sind IT-getrieben. Mit einer solchen Investition legt man sich ein Klumpenrisiko in Technologieaktien in das Depot.

Breite Diversifikation

Für Anleger ist es wichtig eine ganzheitliche Perspektive einzunehmen. Denn viele machen immer noch den Fehler, die einzelnen Elemente ihres Vermögens isoliert zu betrachten. Dabei ist das Vermögen mehr als die Summe seiner Teile. Gerade wenn es breit diversifiziert ist, benötigt man einen Plan. Dieser bietet die notwendige Übersicht und hilft vor allem in Krisenzeiten die Kontrolle zu behalten. Bei großen Vermögen sorgt häufig das Family Office oder renommierte Vermögensverwalter dafür, dass die notwendige Struktur und Übersicht behalten bleibt. Aber auch Privatanleger mit kleineren Vermögen brauchen mittlerweile nicht darauf zu verzichten. Ein privater Finanzplan hilft die Übersicht zu behalten und die richtigen Entscheidungen zu treffen.

Planung und Struktur sind erforderlich

Denn je komplexer und verworrener die Vermögenssituation ist, desto mehr sind Planung und Struktur erforderlich, um aufzuräumen und die Situation für den Kunden wieder kontrollierbar zu machen. Bei einer ganzheitlichen Finanzplanung wird jeder einzelne Vermögenswert einer genauen Analyse unterzogen. Statt nur eine gute Anlage für die aktuelle Situation zu empfehlen, plant ein professioneller Berater mit dem Kunden langfristige Maßnahmen, bezieht künftige Entwicklungen mit ein und stimmt die Einzelaspekte zu einem durchdachten Finanzplan genau aufeinander ab. Gerade in Krisenzeiten bietet professionelle Unterstützung den notwendigen Halt und Sicherheit.

Der Risikobegriff ist zentral

Dabei ist vor allem der Risikobegriff zentral für eine erfolgreiche Planung. Schließlich bedeutet Risiko für jeden etwas anderes. Für den einen ist es ein Risiko, wenn die eigene Geldanlage starke Wertschwankungen aufweist, für den anderen ist es erst der konkrete Verlust. Ein guter Berater entwickelt ein Verständnis dafür, wie ein Anleger mit Verlusten umgeht und wie viel Risiko er im Ernstfall tragen kann. Am Ende eines Finanzplanungsprozesses steht hingegen ein solides, auf die persönlichen Bedürfnisse eines Anlegers zugeschnittenes Portfolio, das in der Lage ist, auch schwere Stürme und extreme Krisen am Kapitalmarkt zu verkraften.

Langfristig die Balance halten

Philosophisch und psychologisch gesprochen ist Balance ein Zustand der seelischen Ausgeglichenheit. In der Physik bezeichnet die Balance einen Zustand, in dem entgegengesetzte Kräfte für einen Augenblick lang gleich stark sind und dadurch ein fragiles Gebilde im Gleichgewicht halten. Auch die einzelnen Anlageklassen im Depot sollten sich immer entsprechend der eigenen Risikoneigung im Gleichgewicht befinden. Wer sein Vermögen einem professionellen Vermögensverwalter anvertraut hat, kann sich sicher sein, dass die Balance in seinem Depot stimmt und sich frei nach Kostolany entspannt zurücklehnen.

 

LinkedIn 0
Print 0

Newsletter abonnieren