„Verkaufe nie den Madoff“, war mal ein geflügeltes Wort in der amerikanischen High-Society. Der New Yorker Fondsmanager Bernard Madoff bescherte seinen Kunden pro Jahr Renditen zwischen 10 und 12 Prozent. Als sie im Zuge der Finanzkrise dann doch verkaufen wollten oder mussten, brach das System mit Verlusten von bis zu 50 Milliarden US-Dollar zusammen und der Fondsmanager wanderte ins Gefängnis. Madoff hatte das perfektioniert, was Anfang der 20er Jahre, von dem italienischen Einwanderer Charles Ponzi praktiziert, erstmals zu Millionenverlusten geführt hatte. Dieser hatte die Bostoner Society um rund 250 Millionen US-Dollar (in heutiger Kaufkraft) betrogen. Er behauptete, durch den Kauf von Postantwortscheinen in Italien und Umtausch in Briefmarken in den USA erhebliche Gewinne zu erzielen. Statt jedoch das Geld in den Kauf von Antwortscheinen zu investieren und diese gegen Briefmarken einzutauschen, finanzierte er damit seinen aufwändigen Lebensstil. Neuanleger wurden angelockt, um Altanlegern die versprochenen Renditen auszuzahlen. Als Zweifel aufkamen und mehr Geld abgezogen wurde als zufloss, brach das Ponzi-Schema, wie es heute in den USA genannt wird, zusammen. Schneeballsystem nennt man es in Deutschland.

Es herrschte lange das Mantra des ewigen Wachstums

In den Augen ihrer Kritiker stehen die drei Notenbankchefs Mario Draghi (Europa), Jerome Powell (USA) und Haruhiko Kuroda (Japan)  für eine Geldpolitik nach Ponzi-Schema von nie gesehenem Ausmaß. Sie führen dabei allerdings nur das weiter, was ihre Vorgänger eingeführt haben. In der kapitalistischen Marktwirtschaft herrschte lange das Mantra des ewigen Wachstums. Im Zuge der industriellen Revolution um 1700 herum brauchte Großbritannien 150 Jahre um das Bruttoinlandsprodukt pro Person zu verdoppeln. Die USA und Deutschland brauchten zu Beginn des 19. Jahrhunderts dafür nur etwas über 50 Jahre, Japan zu Beginn des 20. Jahrhunderts nur 33 Jahre und China schaffte diesen Wachstumsschub in nur 12 Jahren. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde das enorme Wachstum größtenteils fremdfinanziert. In den dreißig Jahren bis zum Ausbruch der Finanzkrise hat sich die Verschuldung der westlichen Welt mehr als verdoppelt. Mit der Finanzkrise 2008 hat das Tempo der globalen Verschuldung noch mal kräftig an Tempo zugelegt und langsam nähert man sich dem Punkt, wo mehr Leute aussteigen als einsteigen.

Der Welt gehen die nächsten Schuldner aus

Die Schulden wachsen schneller als die Wirtschaft und das wird zum Problem. Dabei muss man grundsätzlich zwischen zwei Arten von Schulden unterscheiden. Produktive Schulden sind Kredite, die künftiges Einkommen ermöglichen, zum Beispiel Investitionen. Unproduktive Schulden dienen lediglich dem Konsum, den man sich aus dem normalen Einkommen nicht leisten kann. Der Anteil der unproduktiven Schulden wurde in den letzten Jahren weltweit immer größer. Da die Grenzen des Wachstums in den westlichen Industrieländern näherkommen, stagniert der Konsum. Ein immer größerer Teil des Geldes muss aufgewendet werden, um die bestehenden Verbindlichkeiten zu bedienen. Hat ein US-Dollar neue Schulden in den 1960er Jahren noch zu rund 70 Cent zusätzlichem Bruttoinlandsprodukt geführt, so liegt die Quote heute nur noch wenig über Null. Das gleiche gilt für die Schwellenländer, allen voran China, die in den letzten Jahren die Verschuldung ebenfalls drastisch erhöht haben. Der Welt gehen die nächsten Schuldner aus. Immer mehr Staaten wollen oder müssen sparen und immer weniger können sich noch verschulden.

Der Cantillon-Effekt

Schon vor Jahren griffen die Notenbanken zum letzten Mittel. Sie schafften die Zinsen faktisch ab und fluten die Märkte mit immer mehr Geld. Die einzige Möglichkeit, der drohenden Deflation zu entkommen. Dabei pumpen Sie allerdings das Geld primär ins Bankensystem und machen damit den Bock zum Gärtner. Wenn zu viel Geld gedruckt wird, ist die wichtigste Frage, wo der Geldfluss hingeht. Fließt das Geld nicht in Innovationen, sondern in Rettungspakete für Banken, ist es für die Volkswirtschaft erst einmal verloren. In der Volkswirtschaftslehre spricht man vom Cantillon-Effekt. Frisches Geld nutzt jenen am meisten, die es als Erste bekommen. Richard Cantillon, ein französischer Bankier aus dem frühen 18.Jahrhundert, hat als Erster bemerkt, dass diejenigen, die an der Quelle der Geldproduktion sitzen, am meisten davon profitieren. Mit dem neuen Geld können sie Güter erwerben. Der Anstieg der Nachfrage lässt jedoch mit der Zeit die Preise steigen. Verlierer im Prozess der Geldschöpfung sind diejenigen, in deren Taschen das neu geschaffene Geld nicht gelandet ist, die aber dennoch die dadurch entstandenen höheren Preise zahlen müssen. Geldschöpfung führt nach Cantillon also zu mehr Ungleichheit von Einkommen und Vermögen. Die derzeitige Geldflut der Notenbanken in das Finanzsystem führt zu massiven Verzerrungen und Blasen an den Finanzmärkten und löst praktisch nebenbei auch eine faktische Umverteilung von Vermögenswerten aus. Die Reichen werden, aufgrund eines besseren Zugangs zu den Märkten, immer reicher. Notenbanker sind eben auch nur Banker und denken wie ebensolche. „Man kennt sich, man hilft sich“ würde der Kölner die Situation beschreiben. Dabei wäre die Alternative ganz einfach. 

Es wird Zeit für einen Paradigmenwechsel

Wenn die Grenzen des Wachstums erreicht sind, wird es Zeit für einen Paradigmenwechsel. So wie damals, als die Menschheit erkannte, dass die Erde keine Scheibe ist und man nicht am Ende der Welt runterfällt. Damals war dies der Auftakt für eine Phase großer Entdeckungen. Anstatt die Milliarden in den Finanzsektor zu pumpen, sollte die EZB es den Bürgern in der EU beispielsweise direkt überweisen: 10.000 Euro je Kopf. Bei 330 Millionen Bürgern in der EU halten viele Wissenschaftler den Aufwand im Vergleich zu den derzeitigen Rettungspaketen für vertretbar. Überschuldete Haushalte in den Krisenländern könnten das Geld zur Schuldentilgung verwenden, Haushalte ohne Schulden zu mehr Konsum. Damit würde ein riesiges Konjunkturprogram in der Eurozone aufgelegt, was direkt die Realwirtschaft beleben würde. Durch die Hintertür würde damit in gewisser Weise die Idee des Bürgergeldes/Grundeinkommens realisiert. Bei diesem Finanztransferkonzept wird jedem Bürger – unabhängig von seiner wirtschaftlichen Lage – ein gewisser Geldbetrag ohne Gegenleistung vom Staat zur Verfügung gestellt. Im Gegenzug entfallen sämtliche Sozialleistungen.

Das bedingungslose Grundeinkommen

Derzeit überwiegen in den meisten Ländern die Vorbehalte. Überraschenderweise sind es gerade, neben den Notenbankern, Sozialdemokraten und Gewerkschaften, die ein bedingungsloses Grundeinkommen vehement ablehnen. Wer 200 Jahre für ein Recht auf Arbeit gekämpft hat, tut sich halt schwer damit. In der Schweiz ist man bei diesem Thema schon weiter. Zwar ist eine erste Volksabstimmung vor wenigen Monaten knapp gescheitert, allerdings rechnen 69% der Schweizerinnen und Schweizer laut aktueller Umfragen damit, dass es eine 2. Abstimmung geben wird. Dass die EZB sich allerdings zu einem solchen Schritt entschließt, bleibt unwahrscheinlich. Sie rettet lieber Banken anstatt Bürger. Wobei man auch die Gefahren nicht unterschätzen darf. Vermutlich würde eine solche Aktion auch dem Letzten deutlich machen, dass das Geld derzeit aus dem Nichts geschaffen wird. Eine Vertrauenskrise in unser Geldsystem könnte die Folge sein.

Portfolio Concept hat eine Lösung

Der 80-jährige Bernard Madoff wurde 2009 zu 150 Jahren Gefängnis verurteilt. Wenn man den Berichten Glauben schenken darf, ist er in der Gefängnisdusche mehrmals böse „ausgerutscht“. Damit Sie mit Ihrem Vermögen nicht ausrutschen, nutzen Sie unsere Erfahrung. Für den Fall, dass Sie entgegen meiner Prognose eine Gutschrift von Mario Draghi auf ihrem Konto finden, lassen Sie es uns wissen. Portfolio Concept hat eine Lösung.

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