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Nur mit provokanten Aussagen erreicht man scheinbar heutzutage die notwendige mediale Aufmerksamkeit. Franz Müntefering, lang gedienter SPD Politiker, hat in der letzten Woche mit seiner Aussage „Mit 600 Euro pro Monat ist man nicht arm“ kräftig provoziert. Dabei ist er sich sicher der Wirkung von Provokation bewusst. Immerhin ist der mittlerweile 76-jährige seit mehr als 50 Jahren in der Politik aktiv. Er war Vize Kanzler, Parteivorsitzender der SPD und hat einige Jahrzehnte im Bundestag oder Landesparlament als Abgeordneter verbracht. Er gilt als Vater der Rente mit 67 und ist selber noch lange nicht im Ruhestand. Seit 2013 ist er zwar nicht mehr im Bundestag, bekleidet aber fast ein Dutzend Ehrenämter und ist ein gern gesehener Vortragsredner. Der gelernte Industriekaufmann hat mit 14 Jahren angefangen zu arbeiten und war insgesamt 59,5 Jahre berufstätig. So lange wie möglich hat er auch freiwillig in die gesetzliche Rentenversicherung eingezahlt. Von daher muss er sich um seine persönlichen Altersbezüge keine Sorge machen. Daneben hat er ja noch zusätzliche Versorgungsansprüche als Minister und Abgeordneter.

Eine solche Erwerbsbiographie wie Herr Müntefering sie vorweisen kann ist natürlich heutzutage in Deutschland die Ausnahme. Viele Arbeitnehmer sind froh, wenn sie auf 40 anrechnungsfähige Beitragsjahre für die gesetzliche Rentenversicherung kommen. Immer seltener werden linear verlaufene Beitragsbiographien. Oft sind sie unterbrochen durch Kindererziehungszeiten, Phasen von Arbeitslosigkeit oder Teilzeitarbeit. Mit der jetzt folgenden Generation „Praktikum“ wird die Ausgangslage für viele nicht besser. Als Ergebnis dieser Entwicklung sind 600 Euro Rente im Monat leider nicht die Ausnahme. Dabei werden die Folgen der demographischen Entwicklung erst in wenigen Jahren spürbar sein.

Darauf musste die Politik reagieren. Das Renteneintrittsalter wurde nicht nur auf derzeit 67 Jahre erhöht, gleichzeitig wurde das Rentenniveau in den letzten beiden Jahrzehnten sukzessive abgesenkt. Aktuell liegt es in der gesetzlichen Rentenversicherung bei knapp 48 Prozent des Durchschnittsverdienstes. Dabei ist die Tendenz fallend, in wenigen Jahren wird des Anspruch bei nur noch 40 Prozent des Durchschnittsverdienstes liegen. Eigenvorsorge, das hat die Politik vor Jahren auch schon erkannt, ist zwingend notwendig. Mit der Rürup(Basis)- und der Riesterrente führte die sozialdemokratisch geführte Regierung zu Beginn des Jahrtausends zwei staatlich geförderte Altersvorsorgeprodukte als Zusatzrente ein.

Gerade die Riesterrente gehört derzeit zu den am meist kritisch diskutiertesten Vorsorgeprodukten. Laut letztem Stand beläuft sich die Anzahl der abgeschlossenen Riester-Verträge auf rund 16,49 Millionen. Allerdings stagniert die Zahl in den letzten Jahren. Dabei ist Vorsorge nötiger denn je. Bei der Einführung der Riesterrente wurde das Rentenniveau der gesetzlichen Rentenversicherung abgesenkt. Kompensation ist also zwingend notwendig. Die Frage die sich jeder stellen sollte, ist nicht ob man einer Riesterrente abschließt, sondern welches Produkt man nutzt. Der größte Teil der Verträge wurde als Versicherungsprodukt, Bausparvertrag oder Banksparplan abgeschlossen. Aufgrund der hohen Produktkosten und der niedrigen Verzinsung stellt sich hier zu Recht bei vielen Verträgen die Sinnfrage. Dabei geht es auch besser.

Angenommen sie haben die Möglichkeit einen Investmentfondssparplan abzuschließen, am Ende der Laufzeit werden die gezahlten Sparbeiträge zu 100 Prozent garantiert, der Sparplan kann je nach Marktphase bis zu 100 Prozent in Aktien investiert sein, sie können die Beiträge teilweise steuerlich geltend machen und das Finanzamt beteiligt sich mit maximal 154 Euro zusätzlich pro Jahr an ihrem Sparplan. Am Ende der Laufzeit können sie sich bis zu 30 Prozent bar auszahlen lassen und über den Rest erhalten sie eine lebenslange Rente. Vermutlich die beste Produktidee, die je eine Bundesregierung im privaten Vorsorgebereich gehabt hat. Umso erstaunlicher, dass diese Art zu „riestern“ immer noch ein Nischendasein führt. Die gute Nachricht, ein Abschluss oder sogar eine Änderung eines bereits abgeschlossenen Vertrages ist jederzeit möglich. Ähnlich verhält es sich mit der, ebenfalls nach einem früheren Minister benannten, Rürup- oder Basisrente. Primäre Zielgruppe dabei sind Selbstständige. Der Fokus der Förderung liegt dabei auf der steuerlichen Seite. Bis zu 45.534 Euro kann ein gemeinsam veranlagtes Ehepaar steuerlich geltend machen. Auch hier besteht mittlerweile die Möglichkeit einen reinen Investmentfondssparplan zu nutzen.

Losgelöst von allen Förderungen, ist das wichtigste bei Investmentfondssparplänen der Faktor Zeit. Je länger die Laufzeit, je höher der Ertrag. Ein beliebtes Geschenk zur Geburt oder Geburtstagen für Enkel- oder Patenkinder ist immer noch das Sparbuch. Leider ist es bei der jetzigen Zinssituation völlig fehl am Platze. So wichtig das regelmäßige Sparen ist, so entscheidend ist es dabei auch richtig zu sparen. Unser Kooperationspartner bietet aus diesem Grund eine besondere Depotvariante für Minderjährige an. Bereits ab 10 Euro monatlich lässt sich ein Investmentfondssparplan einrichten. Man kann dabei aus mehr als 6.800 Fonds auswählen. Bis zum 18 Lebensjahr fällt keine Depotgebühr an. Einfacher kann man seine Enkel- und Patenkinder nicht an einen sinnvollen Kapitalaufbau heranführen. Um die Entscheidung noch einfacher zu machen, bieten wir zusätzlich einen 100 prozentigen Rabatt auf den Ausgabeaufschlag.

Für viele Sparer ist der Faktor Zeit jedoch mittlerweile ein knappes Gut. Sie heißen Best oder Silver Ager, Generation Silberlocke oder einfach nur 50plus, gemeint sind die mehr als 30 Millionen der Deutschen, die älter sind als 50 Jahre. Für diese Menschen rückt der Ruhestand zeitlich in greifbare Nähe oder ist bereits eingetreten. Während jüngere Menschen oft zu Recht nur einen groben Plan für die Altersvorsorge haben, ist ab 50 ein konkreter Kostenplan sinnvoll. Denn die persönliche finanzielle Situation lässt sich nun viel konkreter einschätzen, als beispielsweise mit Anfang 30. Das bedeutet, statt der Konzentration auf den Vermögensaufbau gilt es nun, Strategien zu entwickeln, wie im Alter mit dem aufgebauten Vermögen optimal umgegangen wird. Das Entsparen will und muss genauso professionell geplant sein wie der Ansparvorgang. Eine ganzheitliche Finanzplanung schafft die Voraussetzung, den lang ersehnten Ruhestand zufrieden und in finanzieller Freiheit genießen zu können.

Mit Herrn Münterferings 600 Euro im Monat ist man allerdings von finanzieller Freiheit weit entfernt. Dabei ist es relativ einfach, sich eine private Zusatzversorgung aufzubauen. Ein weit verbreiteter Irrtum ist, dass das angesparte Vermögen ab einem gewissen Alter vollständig verfügbar sein muss. Wichtiger ist es, das Geld nach seiner Verfügbarkeit zu klassifizieren und so sukzessive über den Ruhestand hinweg zu verzehren oder von den Erträgen zu leben. Die aktuelle Dividendenrendite auf einen internationalen Aktienkorb liegt bei ca. 4 Prozent pro Jahr. 180.000 Euro in ein solches Portfolio investiert, ergibt eine ungefähre zusätzliche Rente von 600 Euro pro Monat. In einem solchen Fall hat der Ex-Vize Kanzler Recht, mit 600 Euro monatlich ist man nicht arm.

Redakteur: Diplom-Kaufmann Markus Richert, CFP®
Seniorberater Vermögensverwaltung