Ordnung ist das halbe Leben“, so lautet ein deutsches Sprichwort, das preußischer kaum sein kann. Dabei ist der Begriff „Ordnung“ im Deutschen eigentlich ein Lehnwort. Darunter versteht man allgemein ein in die Muttersprache aus einer fremden Sprache eingedrungenes Wort. Im Unterschied zum Fremdwort, dem man die Herkunft aus einer anderen Sprache noch ansieht, ist das Lehnwort in Schreibung, Lautung und Betonung soweit an den Sprachgebrauch der Zielsprache angepasst, dass es gar nicht mehr als fremd wahrgenommen wird. Der Begriff geht auf die Fachsprache der griechischen Weber zurück. Es bedeutet dort: „aus verschiedenen Fäden durch kunstgerechte Verknüpfung ein Gewebe anlegen„.

Scheinbar eines der dringlichsten „Erste-Welt-Probleme“

Ordnung zu schaffen und zu halten ist scheinbar derzeit eines der dringlichsten „Erste-Welt-Probleme“. Aufräumen liegt offensichtlich im Trend. Das Leben im Überfluss hat dazu geführt, das Aufräum-Ratgeber die Bestsellerlisten anführen und Ordnungsberater, so die offizielle Berufsbezeichnung, berühmt und reich werden. Die Japanerin Marie Kondo hat sich als Aufräum-Genie weltweit einen Namen gemacht. Nicht nur drei Bücher hat sie inzwischen veröffentlicht, sondern auch ihre eigene Serie auf Netflix. Die von ihr entwickelte KonMarie-Methode soll nicht nur für Ordnung sorgen sondern auch glücklich machen. Räumen sie noch auf oder „konden“ sie schon? Inwieweit die Welt darauf gewartet hat, sei dahingestellt. Allerdings lassen sich die Tipps der Ordnungsqueen auch für die privaten Finanzen und die richtige Planung des Ruhestands nutzen. Die „KonMarie-Methode“ lässt sich im Wesentlichen in drei Teile aufspalten.

Alles auf einen Haufen

Im ersten Schritt müssen Ordnungswillige alles, was aufgeräumt werden soll, auf einem Haufen zusammentragen. Das lässt sich einfach auf die eigenen Finanzen und die Planung des Ruhestands übertragen. Aktuelle Steuerbescheide, Depotauszüge, Kontoauszüge, Kapitalanlagen, Rentenbescheide und aktuelle Versicherungsunterlagen werden zusammengetragen. Mit diesen Unterlagen gehen Sie dann aber nicht zu Marie Kondo, sondern zu einem zertifizierten Finanzplaner. Dieser verfügt über die entsprechende Qualifikation, Erfahrung und Software um den zweiten wichtigen Schritt umzusetzen. Neben den rein quantitativen Daten wird dabei auch die aktuelle Familiensituation, das Risikoprofil und vor allem die langfristigen Ziele und Wünsche erfasst. Die Feststellung des Status-quo ist die ideale Ausgangssituation für die Planung der nächsten Jahre und Jahrzehnte.

Der individuelle Glückswert hilft bei der Finanzplanung nicht weiter

Jetzt beginnt die entscheidende zweite Phase. Bei der „KonMarie-Methode“ wird nur das behalten was glücklich macht. Die Aufräum-Jünger sprechen dann von „Sparking Joy„. Versprüht ein Teil beim Anfassen Glücksgefühle, darf es bleiben, ansonsten kommt es weg. Für das Aufräumen des Kleiderschranks mag das ausreichend sein. Leider stellt sich bei einem aktuellen Steuerbescheid oder einer Versicherungspolice nur selten spontan ein Glücksgefühl ein. Bei einem Depotauszug kann das schon eher passieren, ist aber sehr zeitpunktabhängig. Der individuelle Glückswert ist demnach für die Finanzplanung leider nicht geeignet.

Der Nutzen sollte im Vordergrund stehen

Stattdessen steht der Nutzen für die Ruhestandsplanung im Vordergrund. So mancher Versicherungsvertrag, der in jungen Jahren einmal abgeschlossen wurde, wird jetzt nicht mehr benötigt. Oft handelt es sich nur um kleine Beträge, in der Summe lassen sich diese aber zielführend für den weiteren Vermögensaufbau einsetzen. Diversifikation in der Geldanlage ist wichtig, allerdings braucht man dafür keine fünf Depots bei unterschiedlichen Banken und bei mehr als zehn Depotpositionen wird eine Überwachung kompliziert. Weniger ist manchmal mehr. Konsolidierung hilft den Überblick zu behalten und unnötige Kosten zu vermeiden. Gemeinsam mit einem zertifizierten Finanzplaner werden die Finanzen aufgeräumt. Im Ergebnis simuliert der Finanzplaner die Entwicklung der Liquidität und des Vermögens auf die nächsten Jahre. Schwachstellen werden sichtbar, Risiken offengelegt und notwendige Handlungsempfehlungen können formuliert werden, um das gewünschte Ziel zu erreichen. Als positiven Nebeneffekt werden auch die Ordner aufgeräumt. Grundsätzlich gilt für Dokumente wie Rechnungen, Depotübersichten, Kontoauszüge und Co die Faustregel, diese für maximal sieben Jahre aufzubewahren. Der Rest kann weg.

Alles hat seinen festen Platz

Wenn dieser Schritt abgeschlossen ist, folgt der nächste wichtige Grundsatz der „KonMarie-Methode“: Alles bekommt einen festen Platz. Der Finanzplan bietet die ideale Gliederung in digitalisierter Form. Einnahmen, Ausgaben, Vermögensbestandteile, Immobilien und nicht zuletzt die Versicherungen sind in übersichtlicher Form aufgelistet. Alle wichtigen Daten sind auf einem Blick ersichtlich. Nicht nur für den Status-quo, sondern auch für die nächsten Jahre und Jahrzehnte. Jede neue Entscheidung für ein Finanzprodukt kann entsprechend danach ausgewählt werden, ob es dem finalen Ziel dient. Mit dieser Methode und der richtigen qualifizierten Betreuung wird die Ruhestandplanung fast ein Kinderspiel.  Natürlich kann eine in die Zukunft gerichtete Planung per se niemals richtig, sondern nur plausibel sein. So lautet auch einer der sieben Grundsätze ordnungsgemäßer Finanzplanung. Allerdings hilft es den Nebel der Unsicherheit, was zukünftige Entwicklungen angeht, zu lichten. Wenn man gut vorbereitet und organisiert ist, stellen die Unsicherheiten der Zukunft keine so große Bedrohung mehr da. Ein positiver Nebeneffekt der Planung und des Aufräumens der Finanzordner ist das Heben von zusätzlichen freien Mitteln. Wer seine Kapitalanlagen von unnötigem Ballast befreit, kann wesentlich effektiver und einfacher sein Ziel erreichen. So mancher der dann seinen individuellen Finanzplan in den Händen hält wird dann doch noch von einer „Welle des Glücks“ überrollt.

In der Finanzplanung macht die richtige Zertifizierung den Unterschied

Leider hilft Ihnen Marie Kondo nur beim Aufräumen Ihrer Schränke und ihrer Wohnung. Für die Ruhestandsplanung ist sie vermutlich nur bedingt geeignet. Die Auswahl des richtigen Fachmanns ist nicht einfach, denn Finanzplaner nennen sich in Deutschland viele. Jeder kann unter diesem ungeschützten Titel seine Leistungen anbieten. Wie in vielen anderen Lebensbereichen auch, liegt der Qualitätsunterschied in einer qualifizierten Ausbildung und einer langjährigen Berufserfahrung. Damit gibt es für Verbraucher einen klar definierten und sichtbaren Unterschied – das Zertifikat. Immerhin gibt es auch in Deutschland mittlerweile ca. 1500 CFP®-Professionals. Ihnen als Verbraucher bietet das die Sicherheit einer konsequent kundenorientierten, systematischen Beratung auf höchstem Niveau. Machen Sie sich dies für Ihren persönlichen Weg zu Nutze, denn: Finanzplanung ist Lebensplanung! Wir unterstützen sie dabei gerne. Ihre Wohnung allerdings müssen sie danach selbst aufräumen. Oder sie fragen Marie Kondo.

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