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Wenn es jemanden sehr schlecht geht, ist er umgangssprachlich „auf den Hund gekommen“. Im Mittelalter war es üblich, dass auf dem Boden der Kriegskasse, als Symbol für einen Wächter, das Bild eines Hundes aufgemalt war. War so wenig Geld in der Truhe, dass man den Hund sehen konnte, war man sprichwörtlich „auf den Hund gekommen“ und hatte ein Problem. Bis zum Beginn der Neuzeit und dem allgemeinen Wohlstand ist der Hund umgangssprachlich oft ein armes Tier. Ausdrücke wie “Jemanden wie einen Hund behandeln” oder “hundeelend” erinnern daran, welchen Stellenwert Hunde früher hatten. Die Position als ein „Familienmitglied“ konnte der Hund erst in den letzten Jahrzehnten einnehmen. In diesem Jahr spielt der Hund, vor allem in China, wieder eine ganz besondere Rolle. Am Freitag, den 16. Februar, begann dort mit dem chinesischen Neujahrsfest das Jahr des Hundes

Ganze fünfzehn Tage lang dauern die Feierlichkeiten zum Neujahr in China und vielen anderen ostasiatischen Ländern. Zeitgleich beginnt die größte Reisewelle der Welt. Zum Neujahrsfest besuchen Millionen Chinesen ihre Verwandten. Behörden rechnen rund um die Feiertage mit 389 Millionen Zugreisen in China sowie 65 Millionen Reisen mit dem Flugzeug. Erste Schätzungen gehen davon aus, dass Reisende in diesem Jahr während des Neujahrsfestes bis zu 60 Milliarden Euro ausgeben werden. Wahrsager haben in diesen Tagen Hochkonjunktur.

Ob sich Donald Trump ebenfalls schon sein Horoskop hat legen lassen, ist nicht überliefert. Der 72-jährige Trump ist ebenfalls ein Hund, auch sein Geburtsjahr 1946 war ein Hundejahr. Auf jeden Fall sollte sich der amerikanische Präsident, sofern er noch keine hat, rote Unterwäsche oder ein anderes rotes Kleidungsstück zulegen, das beim Tragen seine Haut berührt. Denn dem chinesischen Horoskop zufolge drohen Menschen, die im Hundejahr geboren sind, ansonsten Pech und Pannen. Die Farbe Rot soll davor schützen.

Sowohl den Menschen, die im Hundejahr geboren sind, als auch dem Jahr selbst werden Charaktereigenschaften des Hundes nachgesagt. Die nächsten 12 Monate stehen unter den Attributen Kommunikation, Seriosität und Verantwortung.  Zusätzlich wird das Tierkreisjahr mit einem der fünf Elemente – Metall, Holz, Wasser, Feuer oder Erde – verbunden. Das Jahr 2018 trifft auf das Element Erde. Die Chinesen feiern also in das Jahr des Erdhundes. Die Bezeichnung Erdhund steht im chinesischen auch gleichbedeutend für Straßenköter. Diese gelten wiederum als wild und bissig.

An den internationalen Börsen hat jedoch erst einmal der flatterhafte Hahn eindrucksvoll seine Spuren hinterlassen und die Kurse in den letzten Tagen kräftig durchgewirbelt. Es endet ein ansonsten überraschend ruhiges, zumindest an den Märkten, Jahr des Feuerhahns. Für so manchen abergläubigen Händler kommt der Hund jetzt gerade zur rechten Zeit und treibt den Hahn zurück auf den Mist. Werte die als bodenständig gelten wie beispielweise Konsumaktien, Werte der Pharma- und Gesundheitsindustrie sowie Technologie- und Versorgerwerte sind deren Favoriten für das neue Jahr. Schwere Zeiten brechen dagegen laut Horoskop für Banken, Casinobetreiber und Kryptowährungen an.

Aber auch abgesehen von Horoskopen spricht derzeit viel für ein gutes chinesisches Aktienjahr. Zwar sind die Wachstumsraten der chinesischen Volkswirtschaft nicht mehr zweistellig, sie liegen aber weiterhin mit 7 bis 7,5 Prozent pro Jahr auf einem vergleichsweise hohen Niveau. In den vergangenen 15 Jahren hat sich das Durchschnittseinkommen in China auf 8.000 US-Dollar verachtfacht, und bereits in diesem Jahr könnte das Land bei den Konsumausgaben auf den zweiten Platz nach den USA vorrücken.

Nach der heftigen Korrektur in den letzten Wochen, haben die großen Leitindizes glücklicherweise den Abwärtstrend erst einmal wieder gestoppt und sich teils kräftig erholt. Der Dow Jones ist vom Korrekturtief schon um acht Prozent gestiegen und hat schon fast 60 Prozent der Verluste wieder gut gemacht, beim Nasdaq sind es sogar schon 80 Prozent. Etwas schwerfälliger läuft leider derzeit die Erholung beim Dax ab. Der deutsche Leitindex hat gerade mal ein Viertel der Korrektur, gut 400 Punkte, wieder aufgeholt.

Für Aufmerksamkeit sorgt derzeit der Hedgefonds Bridgewater, der mit beeindruckenden sechs Milliarden Euro auf fallende Kurse bei deutschen Standardwerten spekuliert. Mit insgesamt 22 Milliarden Dollar wettet der Hedgefonds derzeit gegen europäische Aktien. Der Eigentümer und Hedgefondsmanager Ray Dalio, eine durchaus nicht unumstrittene Figur in der Finanzindustrie, hegt Zweifel daran, dass sich die europäische Konjunktur so gut entwickeln wird, wie von vielen angenommen. Kein Wunder also, das der Manager den baldigen Einbruch der europäischen Aktienmärkte vorhersagt.

Anleger sollten sich von solchen Meldungen nicht unnötig aus der Ruhe bringen lassen.  Korrekturen wie in den letzten Wochen sind an den Aktienmärkten nicht ungewöhnlich. Gerade während langfristiger Aufwärtstrends kommen sie häufig vor. Insgesamt hat der US-Index S&P 500 seit 1998 schon neunmal zehn Prozent oder mehr verloren. In den meisten Fällen erholten sich die Kurse in den Wochen danach wieder sehr schnell. Nach spätestens 3 Monate waren die letzten Kursniveaus in der Regel wieder erreicht oder sogar überschritten. Richtig schwere Börseneinbrüche von mehr als 20 Prozent, die auch als Baisse oder Bärenmarkt bezeichnet werden, gab es dagegen nur zweimal. In der Dotcom-Krise zwischen 2000 und 2002 und in der globalen Finanzkrise 2008.

Glücklicherweise deutet derzeit jedoch wenig auf eine große, langanhaltende Krise hin. Weder die globalen Konjunkturschätzungen, noch die chinesischen Horoskope liefern derzeit einen Grund zur Sorge. Im Zweifel empfiehlt sich das Tragen von roter Unterwäsche, das hilft im Jahr des Hundes laut Meinung führender Feng-Shui-Meister auf jeden Fall. Nicht nur Donald Trump und anderen im Jahr des Hundes geborenen Zeitgenossen.