Marktbericht

Monatskommentar Vermögensverwaltung März 2013

Turbulenzen an den internationalen Währungsmärkten

Es ist noch nicht allzu lange her, da war die Währung eines Staates vergleichbar mit dem Aktienkurs einer Volkswirtschaft. Die Politiker waren stolz darauf, wenn die eigene Währung im Vergleich zu anderen stark war. Gerade für uns Deutsche galt die starke eigene Währung als Synonym für den Wirtschaftsaufschwung und die Rückkehr in die Gemeinschaft der westlichen Staaten. Die moderne Politikergeneration scheint jedoch zutiefst davon überzeugt zu sein, dass genau das Gegenteil, nämlich eine möglichst schwache Währung, erstrebenswert ist. Im Februar eröffnete die japanische Zentralbank eine neue Runde im Abwertungswettlauf. Der Nikkei hat seit Juli 2012 gegen den Euro um 33 Prozent abgewertet, Tendenz weiter fallend. Der Euro hat seit seinem Tief im Juli 2012 bei 1,20 gegenüber dem US-Dollar massiv zugelegt und bewegt sich derzeit um 1,30. Die Auswirkungen sind an den Indexständen in den USA und Japan klar erkennbar: Sowohl der japanische (Nikkei 225: +3,8%) als auch der amerikanische Aktienmarkt (S&P 500: +1,1%) sind im Februar besser als der europäische (EuroStoxx 50: -2,6%) oder deutsche Aktienindex (DAX: -0,4%) gelaufen.

Langfristig, und das ist allen Beteiligten klar, gibt es bei diesem Abwertungsspiel keine Gewinner. Ein Szenario,  in dem nun alle Staaten um ihre eigenen Interessen kämpfen, dürfte dafür sorgen, dass alle Währungen gleichermaßen abwerten. Also ein Nullsummenspiel. Am Ende profitiert niemand davon. Die Lösung liegt in einer Konsolidierung der Staatshaushalte. Der Weg dahin könnte zwar kurzfristig die heimische Konjunktur belasten, langfristig wird eine geringere Staatsverschuldung bei einem ausgeglichenen Haushalt aber zu einem großen Vorteil. Denn eine eskalierte Staatsverschuldung wird zwangsläufig jedes Wachstum abwürgen. Gewinner ist also, wer als Erster aus diesem Irrsinn aussteigt. Denn grundsätzlich ist es für eine Volkswirtschaft kein Problem, wenn die Währung aufwertet, sondern Ausdruck ökonomischer Leistungsfähigkeit. Eine Volkswirtschaft, deren Währung stetig zulegt, muss täglich Ihre Wettbewerbsfähigkeit im globalen Wettbewerb beweisen. Wer jedoch seine Wettbewerbsfähigkeit lediglich durch den „Taschenspielertrick“ einer künstlich abgewerteten Währung aufrecht erhalten kann, wird langfristig verlieren.       

Der Aktienmarkt nimmt Anlauf

Der Februar war belastet durch viele Unsicherheiten und die Investoren präsentierten sich auf breiter Front in den ersten Tagen als sehr schreckhaft. Von dem drangvollen Sturm auf Risikoanlagen, die noch im Januar die Aktienmärkte trieb, war wenig zu spüren. Die USA haben die Fiskalklippe noch immer nicht umschifft. Trotzdem regte sich innerhalb der Notenbank bereits Widerstand gegen eine weitere Ausweitung der geldpolitischen Lockerung. Im Ergebnis brach der Dow Jones Mitte des Monats kurzfristig ein. In China geht die Angst vor einer Immobilienblase um, zeitgleich wird ein Regierungswechsel vorbereitet. Europa steckt nach Maßgabe der jüngsten BIP-Zahlen tiefer in der Wirtschaftskrise als gedacht – und ausgerechnet in so einer Situation wählt Italien.

Für diese Gemengelage hielten sich die Märkte jedoch außerordentlich stabil. Gerade die offizielle BIP-Statistik ist immer eine rückwärtsgerichtete Betrachtung mit einer beachtlichen Zeitverzögerung von über sechs Wochen. Und auch die Kürzungen in den USA werden den Verbraucher nicht überraschend treffen. Die US Konsumenten sind seit langem darauf vorbereitet. Viel wichtiger an den Märkten ist der Blick nach vorne. Die maßgeblichen Stimmungsindikatoren haben bereits Ende letzten Jahres ihre Tiefpunkte durchschritten und seither merklich angezogen. So stieg der deutsche IFO-Index drei Mal nacheinander kräftig an und erreichte mit 107,4 Punkten einen 9-Monats-Höchststand. Der europäische Einkaufsmanagerindex der Industrie kletterte sogar auf ein fast 1-jähriges Hoch und die ZEW-Erwartungen des Mannheimer Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung erreichten in kürzester Zeit ein 2 ½-jähriges High. Ausgehend von diesem Fundament zogen die Märkte in der letzten Februarwoche auf breiter Front an. Die Aktienmärkte blenden offenbar die nach wie vor vorhandenen weltwirtschaftlichen Unwägbarkeiten aus und setzen auf wirtschaftliche Stärke.

Rohstoffmärke im Februar Blues

Der Februar war für viele wichtige Rohstoffe ein Monat zum vergessen. China hat im Februar wie erwartet deutlich weniger Kupfer und Aluminium importiert. Aufgrund des chinesischen Neujahrsfestes, während dessen die Wirtschaftsaktivitäten eine Woche lang ruhten, fielen die Kupfereinfuhren im Vergleich zum Vormonat um 15 Prozent. Sie erreichten damit das niedrigste Niveau seit 20 Monaten. Im Vergleich zum Vorjahr waren sie sogar um mehr als 38% rückläufig. Auch bei vielen anderen Rohstoffen wurde im Februar die gute Wertentwicklung des Januars wieder aufgezehrt. Beide großen Rohstoffindices DJ UBS (-4,1%) und S&P GSCI (-4,4%) haben im Februar ähnlich große Verluste hinnehmen müssen, trotz ihrer unterschiedlichen Rohstoffgewichtungen. Nur Erdgas, Robusta-Kaffee und Baumwolle konnten sich positiv behaupten. Im Gegensatz dazu musste Silber mit einem Minus von mehr als zehn Prozent die größten Verluste hinnehmen. Gold bleibt im fünften Monat in Folge auf Talfahrt. Immerhin die längste Negativserie für Gold seit 1997. Trotzdem bleibt Gold, als klassische Krisenwährung, für Depots weiterhin unverzichtbar.

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